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Schweigen, Ich&Selbst-Version, Wort und Bild, Roland Förster

Verfasst: Fr 14. Nov 2025, 21:16
von Roland Förster
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Schweigen

Kein Wort aus meinem Mund bewegt den Raum.
Und doch höre ich was niemals zuvor meine Lippen je bewegte.
Unendlichkeit ist für mich erkennbar.
Doch nur im Hier. Im Jetzt. Im Augenblick.
Ich sehe, was niemals zuvor meiner
Lieder Auf- und Niederschlag mir eröffnete.
Kein Angstschweiß bremst jetzt meine Nasenflügel mehr.
Und meinen Spürsinn finde ich urplötzlich,
im emphatischen Erleben meines Riechens und Schmeckens.
Ein einziger warmer Atemstrom erfüllt und verlässt die Lungen - meine Brust,
wo noch kurz zuvor mein Mund in unterschiedliche Rhythmen, um Atem rang.
Was stets mir salzig, süß, sauer, - oder auch bitter auf der Zunge schmeckte,
was kalt mir war, oder was als heiß gar ich empfand,
ist grenzenlose - für mich - schlicht göttliche Berührung.
Wo ich doch bis so eben erst gelernt hatte wahrhaft und sensibel zu erfühlen,
all den großen Schmerz und all die herrliche Freude,
mich endlich wohl fand in meiner Haut,
verlasse ich meinen Körper und lerne tiefstes Empfinden und Begreifen.
Ich schenke mich bedingungslos und von ganzem Herzen.
Verschmelze in der Geborgenheit von Zeit und Raum.
Alles fließt jetzt ineinander.
Aus mir wird Keins.
Aus mir wird Eins.
Ein Sein, - und ich empfinde mich in Allem was ist.
Meine Gedanken stehen still.
Kein Wille mehr.
Und kein Warum.

Nur Liebe, Sinn und Schweigen.





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